Kafka


Nimm mich als Bett

Über deutschsprachige Popmusik, Schlaf und Dissidenz

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Wer schläft nicht gern? Und wer würde morgens nicht gern etwas länger liegenbleiben? Auch Künstler kommen manchmal schlecht aus dem Bett und manche von ihnen nutzen das sogar für ihre Kunst. Die Surrealisten ließen sich von diesem Schattenreich zwischen Wachen und Schlafen inspirieren und Franz Kafka begann zwei seiner bekanntesten Werke mit einem jähen Aufwachen: Im Proceß wird Josef K. direkt aus dem Bett heraus verhaftet, in der Verwandlung erwacht Gregor Samsa „eines Morgens aus unruhigen Träumen“, wie einer der berühmtesten ersten Sätze der Weltliteratur heißt, und „fand sich in seinem Bett zu einem ungeheuren Ungeziefer verwandelt“. Samsa ist zu spät aufgewacht, wie er sofort feststellt, dabei verlangt sein Beruf als Handelsreisender jeden Morgen schon um vier Uhr aufzustehen. „Dieses frühzeitige Aufstehen macht einen ganz blödsinnig. Der Mensch muss seinen Schlaf haben.“

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