Erzählung


Über Judith Hermanns Erzählungen Lettipark

 Buckritik

Sogar, dass Judith Hermann schreiben kann, ist ja umstritten. Seit den Geschichten aus ihrem erfolgreichen Debüt Sommerhaus, später von 1998 gab es immer die Stimmen im Literaturbetrieb, die ihr absprachen, schreiben zu können. Schiefe Bilder, inhaltslose Sätze, Effekthascherei und natürlich Kitsch sei das, was Hermann da fabrizierte. Triviale Befindlichkeitsliteratur für verzogene Großstädter, die keine wirklichen Probleme haben – außer vielleicht, dass sie keine Probleme haben. Das ist natürlich Quatsch, einerseits. Andererseits ist es schade, dass ihre letzten beiden Bücher, der Roman Aller Liebe Anfang von 2014 und jetzt die im Frühjahr veröffentlichten Erzählungen Lettipark ihren nervigen und wahrscheinlich auch neidischen (immerhin ist Hermann eine weltweit erfolgreiche Literatin) Kritikern ein Stück weit recht geben.

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